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04 Jan

Jetzt melde ich mich wieder bei Knuddels an - und muss nicht lange auf die ersten Avancen warten.

Aber zurück ins Jahr 2006: Mit knapp 6,5 Millionen registrierten Mitgliedern zählte Knuddels damals zu den größten Online-Plattformen in Deutschland.

Um im Smartphone-Zeitalter konkurrenzfähig zu bleiben, hat Knuddels bereits 2010 eine i OS-App auf den Markt gebracht, drei Jahre später folgte die Android-Version.

Knapp die Hälfte der Mitglieder loggt sich heute mobil in den Chat ein, sagt Kujath - technisch hat sich über die Jahre also einiges getan.

Eindeutig zweideutig Mit der neuen Zielgruppe hat sich die Webseite auch optisch verändert. Ein Chatbot fragt mich, was mich am meisten interessiert: Freundschaften, Flirt, Spiele oder Abenteuer. "Ich hab Lust zu ficken" Nachdem mich der penetrante Chatbot James ("Noch da? Auf schwarzem Hintergrund steht in hellblauen Lettern "For lonely Hearts", drumherum stehen die Namen vieler Nutzer, manche von ihnen posten etwas in den Chat. Ich bekomme eine Antwort, die ich mir gern erspart hätte: "Ich kann ja dazu kommen, hab aber einen Ständer." Dann fügt "keks0123" hinzu: "Ich hab Lust zu ficken." Seriöser als früher geht es bei Knuddels also eher nicht zu.

Über zehn Jahre lang war rosa, seit vier Jahren zeigt sich die Seite in knalligem Rot: Schaut man sich heutzutage im Netz um, findet sich Knuddels auf etlichen Singlebörsen-Vergleichen, auch auf der eigenen Webseite wird das Thema Partner-Finden aktiv beworben. "Durch die Anonymität fühlen sich viele Nutzer sehr frei auf der Plattform", weiß auch Holger Kujath. Häufig lautete der Vorwurf: In den Chats tummelten sich auch Pädophile, die gezielt das Vertrauen der Jugendlichen gewinnen, um später in sexuellen Kontakt mit ihnen zu treten oder kinderpornografische Aufnahmen von ihnen zu bekommen.

Dadurch sei manchmal das respektvolle Klima im Chat gefährdet. Diese Form von sexueller Kriminalität im Internet wird Cyber-Grooming genannt.

Erst vor wenigen Wochen tauchte Knuddels in einer Sendung von "Maischberger" zum Thema Cyber-Grooming auf.

Das Unternehmen hält das nicht davon ab, Superlative zu benutzen: Als "Deutschlands größter Chat" wird das Portal auf der Startseite beworben.

Jeden Monat waren davon laut Anbieter circa vier Millionen Nutzer aktiv, ein Drittel von ihnen war zwischen 14 und 17 Jahre alt.

Seit der Gründung im Jahr 1999 schien es für Knuddels stets bergauf zu gehen.

"Wenn spezielle Wörter oder Verhaltensweisen im Chat vorkommen, werden die Gespräche auch von uns nachträglich angeschaut", sagt Kujath.

"Wir haben eine Verantwortung gegenüber den jungen Nutzern." Die Gespräche älterer Nutzer würden aber nicht mitgelesen - und wer jünger als 14 ist, darf Knuddels eigentlich gar nicht benutzen.